Meditationen

Hier sind zwei Meditationen, die ich gestern und heute hilfreich fand. Ich habe seit langem, langem nicht so gut geschlafen.
Sie sind einfach aus dem entstanden, was mir in dem Moment gut tat und geholfen hat. Keine vorgefertigten aus einem Buch, sondern wie in einem Traum, in dem ich die Bilder schaffe und forme, die mir gut tun.

Die erste: An die Welt abgeben.
Ich stelle mir „die Welt“ als eine alte, zugleich zeitlose Frau vor. Ich versuche gerade, das Gefühl in Worte zu fassen… sie ist fest, konkret in der Mitte, irden natürlich, zugleich offen am Rand. Warm und doch in sich geschlossen.
Sie öffnet ihr Hand. Ich reiche ihr meine und gebe alles ab, was ich noch zu tragen habe. Ich spüre die Schwere, die Härte, die künstlichen Grenzen. Have to’s and need to’s, Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Sorge, Trauer. Alles, was noch auf mir liegt.
Ich vertraue es ihr an. Ich gebe es „in ihre Hände“, dass sie dafür sorgt. (Zum Guten wie zum Schlechten)
Ich lasse meine Hand in ihrer und spüre das Vertrauen.

 

Zweite: Hinabsinken.
Danach habe ich mich schon so lange gesehnt! Gestern war ich schon ziemlich tief, ich weiß aber, es geht noch tiefer. Es ist wie in einem endlosen, zeitlosen Raum sein. Tief, dunkel, warm, samtig, weich.

Aber zuerst bin ich an der Oberfläche. Ich spüre all den „thrill“ des Tages. Aufregung. Müdigkeit und doch nicht einschlafen können.
Also atme ich erstmal.
Ich spüre noch einmal in dem Wirbel von Aufregung hinein, lasse mich verwirbeln.
Und dann beginne ich zu sinken. Wie unter eine Wasseroberfläche lasse ich mich tiefer gleiten. Ich kann die Oberfläche von unten sehe, ich kann die Emotionen sehen, ich kann auch noch (verschwommen) sehen, was außerhalb des Wasser ist, was dort liegt und das Wirbeln ausgelöst hat. Ich gehe in „tiefere“ Emotionen.

Exkurs:
Vor ein paar Wochen wurde mir folgende Übersicht gezeigt, und wenn ich nicht auf Anhieb auf Stufe Vier komme, kann ich die Schichten darüber nach einander durchspüren.
1. Anpassung & Schutzschicht, Maske
2. Neid, Schuld, Hass, Eifersucht, Ärger (Sekundärgefühle)
3. Freude, Trauer, Wut, Angst (Primärgefühle)
4. Liebe und Mitgefühl
5. der unverletzte Kern

Es tut auch gut, in den unverletzlichen (und gleichzeitig so schön fragilen ^^) inneren Kern hineinzuspüren. Aber diesmal nehme ich eine andere Abzweigung.
Ich lasse mich in dieses warme Gefühle gleiten, was ich jetzt so komisch als „transzendentale Liebe“ beschreiben würde. (manchmal fliegen mir einfach so Worte in den Kopf; habe eben auf Wikipedia auch noch einmal nachgeschlagen, was „transzendental“ bedeutet)  Es ist irgendwie unpersönlich und gleichzeitig vollkommen da. Ich spüre es. Dann lasse ich mich tiefer gleiten, wie in einem Ozean. Nur ohne Wellengang, Widerstand und nicht nass. Aber schon wie umhüllt. Ich sinke tiefer hinab in den Ozean, ich spüre es. Es wird ruhiger. Die Welt da oben reicht nicht hinab. Ich nehme sie nicht mehr wahr, nur dass es oben heller ist. Ich fühle Ruhe, alles wie gedämpft. Ich gehe tiefer und es wird dunkel. Es ist warm. Als ob mein Körper nicht mehr getrennt existiert, oder nur mein innerer Kern hierhin kommt. Der ist da und hell und lebendig.
Es ist absolute Ruhe. Gleichzeitig bin ich in einem Raum in meinem Innern.
Es geht noch tiefer, das weiß ich. Da war ich gestern nur nicht. Darunter kommt so etwas wie aufgelöst sein, nicht getrennt existieren, einfach nur sein, unglaublich entspannt. Verbunden sein. Ohne mit irgendwas Konkretem verbunden zu sein. Etwas tiefer hört dann auch mein Bewusstsein auf. Das erahne ich zumindest.

Und danach wache ich auf, komplett entspannt, genährt; gestärkt, bereit für den nächsten Tag, was auch immer vor mir liegt.
Als wäre ich einmal in der Mutter Schoß hinabgestiegen. In die Erde. und hätte mich an ihrem heißen Kern im Innern gewärmt und mit Energie durchspült.

Erstellt am: 29.12.2013

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